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Was ist der Internationale Währungsfonds (IWF)?
Der Internationale Währungsfond ist als Sonderorganisation den Vereinten Nationen (UNO) eingegliedert. Seine vordringlichsten Aufgaben: Überwachen der Geldpolitik seiner Mitgliedsstaaten, Ausbau des Welthandels und Stabilisierung der Wechselkurse. Im Bedarfsfall vergibt er überdies Kredite an seine Mitgliedsstaaten.
Hervorgegangen ist der Internationale Währungsfond aus den Verhandlungen in Bretton Woods. Dort tagte von 1942-1944 eine Konferenz mit dem Ziel, die Weltwirtschaftskrise zu überwinden und ein neues Weltwährungssystem zu entwickeln. Dieses System sollte insbesondere:
- jeder Währung einen eindeutigen Wert zuschreiben,
- den uneingeschränkten Tausch von Währungen ermöglichen,
- wettbewerbsbedingte Abwertungen zwischen einzelnen Währungen so gut wie unmöglich machen.
Zur Umsetzung ebendieser Ziele wurden die Weltbank und der IWF geschaffen. Der IWF begann seine Arbeit 1946. Er zählt heute 187 Mitglieder.
Aufgaben
Der IWF hat folgende Hauptaufgaben:
- Überwachung
- Konsultation
- Finanzierung
Die Überwachung betrifft vor allem die Wechselkurspolitik und alle mit ihr verbundenen Aspekte der Wirtschafspolitik der einzelnen Länder. Nach der Abschaffung der Wechselkursregulierung ist man der Überzeugung, nur durch eine akribische Überwachung ein stabiles Währungssystem garantieren zu können.
Dem Zweck der Stabilität dienen auch die regelmäßigen Konsultationen, in denen der IWF die Qualität der Wirtschafts- und Währungspolitik der Mitgliedsstaaten überprüft.
Die größte öffentliche Aufmerksamkeit erlangt der IWF allerdings durch seine Finanzierungsaufgabe. In dieser Funktion kann er vorübergehend Kredite an Mitgliedsstaaten vergeben, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind. Dabei stellt der IWF jeweils rigide Anforderungen an ein Sanierungsprogramm.
Organisation
Organisiert ist der Währungsfonds in mehreren Gremien und Ausschüssen, die von einem Direktor geleitet werden:
- Gouverneursrat
- Exekutivdirektorium
- Entwicklungsausschuss
- Währungs- und Finanzausschuss
Der wichtigste Ausschuss ist dabei der Gouverneursrat, den jeder Mitgliedsstaat mit einem Gouverneur, meist dem Finanzminister oder dem Zentralbankchef, beschickt. Dieser Rat wird wiederum von den anderen Gremien und Ausschüssen beraten. Das Gouverneursgremium tagt allerdings nur einmal im Jahr. Im restlichen Jahr leiten die Gouverneure die Ansinnen ihrer Staaten an das Exekutivdirektorium weiter.
Stimmrechtsverteilung
Die Stimmrechtsanteile der einzelnen Mitgliedsländer orientieren sich an der sogenannten Quote, jenem Betrag, den jeder Mitgliedsstaat bei seinem Eintritt einzahlen muss. Diese Quote ist gewissermaßen eine kreditgenossenschaftliche Einlage, über die der IWF seine Kreditvergaben und die anderen Aufgaben finanziert. Die Höhe dieser Quote richtet sich nach der Höhe der Wirtschaftsleistung und dem Wohlstand, wobei die Quote alle fünf Jahre neu berechnet wird. Die Stimmrechtsanteile sind aus diesem Grund von der Wirtschaftsleistung und dem Wohlstand eines Staates abhängig. Dies ist insofern bedeutend, da IWF-Beschlüsse mit einer 85-prozentigen Mehrheit abgesegnet werden müssen. Die USA besitzen mit einem Stimmrechtsanteil von rund 16,7 % als einziger Einzelstaat eine Sperrminorität.

